Forschungstransfer

Leistungszentren –
Forschungstransfer über effektive Innovationsökosysteme

In Leistungszentren arbeiten Universitäten, Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen an einem Standort themenspezifisch mit Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Akteuren anwendungsnah zusammen. Das Konzept wurde zwischen 2015 und 2017 bereits an 17 Standorten in 11 Bundesländern erfolgreich etabliert. Erklärtes Ziel ist es, den ökonomischen Impact und gesellschaftlichen Nutzen von FuE durch effektiveren Transfer zu steigern. Die Basis dafür bildet ein Portfolio exzellenter FuE-Projekte.

Die Besonderheit der Leistungszentren ist, dass sie die Transferaktivitäten der beteiligten Partner aufeinander abstimmen und miteinander verzahnen. Transfer findet nicht mehr linear, sondern mehrdirektional statt. Er ist somit nicht auf die Übertragung von Forschungsergebnissen in die wirtschaftliche Anwendung beschränkt, sondern beinhaltet ebenso die dialogische Ermittlung (zivil)gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Bedarfe und daraus abgeleiteter wesentlicher wissenschaftlicher Fragestellungen.

Leistungszentren verfügen über jährlich aktualisierte, von den Partnern gemeinsam erarbeitete Transfer-Roadmaps. Diese beinhalten neben einem Strategieteil einen konkreten Maßnahmenplan, der verpflichtend sechs Transferpfade adressiert:

  • Auftragsforschung,
  • IP-Lizenzierung und -Kommerzialisierung,
  • Ausgründungen und Start-ups,
  • Akademische und technologische Weiterbildung für Fach- und Führungskräfte,
  • Köpfe und Karriere (organisationsübergreifende Karriereförderung und Personalentwicklung),
  • Gesellschaftliche Partizipation (Transfer in die und aus der Gesellschaft).

Die Transfer-Roadmaps berücksichtigen sowohl die Besonderheiten des technologischen Fachgebiets als auch die spezifischen Stärken der Standorte sowie Regionen. Mit ihnen setzen die Leistungszentren sich verbindliche Transferziele, die in KPIs ausgedrückt und nachgehalten werden. Damit erreichen Leistungszentren eine besondere Transferverbindlichkeit.

Insbesondere für KMU können weitere spezifische, niederschwellige Angebote (etwa Veranstaltungs- oder Weiterbildungsformate) geschaffen werden und ein gezielter Ausbau der Innovationsaktivitäten getriggert werden. Ebenso wird bewusst eine Start-up förderliche Umgebung geschaffen, um sowohl die Zahl der Ausgründungen aus den Forschungsinstitutionen zu steigern als auch die Attraktivität für Gründungsvorhaben im räumlichen und thematischen Umfeld zu erhöhen. Darüber hinaus wird der Erkenntnistransfer aus der und in die Zivilgesellschaft aktiv gestaltet, um Innovationsprojekte noch besser am Bedarf der Gesellschaft auszurichten und gleichzeitig die gesellschaftliche Akzeptanz für die Anwendung der FuE-Ergebnisse zu fördern.

Die Zusammenarbeit im Leistungszentrum erfolgt zwischen den Partnern auf Augenhöhe und ist anschlussfähig für weitere Initiativen. Zielstellung ist eine Plattformfunktion, an die bestehende und neue organisationsübergreifende Aktivitäten andocken können. Zu nennen sind dabei sowohl öffentliche Forschungs- und Transferprogramme (z.B. Spitzencluster, Exist-Anträge, TechBridge, Länderprogramme, aber auch DFG-geförderte Initiativen) als auch Vernetzungs-Initiativen anderer Akteure im Wissenschaftssystem (z.B. Leibniz-WissenschaftsCampi).