Bauwerke und Anlagen im Bahnumfeld, wie z. B. Gleise, Brücken oder Stützmauern, können sich im Laufe der Zeit minimal bewegen oder verformen – etwa durch Temperatur, Alterung oder Bauarbeiten. Solche Veränderungen frühzeitig und zuverlässig zu erkennen ist wichtig, um langfristig Schäden oder gar Sperrungen zu vermeiden. Klassische Sensorik, die direkt am Bauwerk misst, ist aufwendig zu installieren, erfordert meist Gleissperrungen und ermöglicht nur punktuelle Messungen. Das Fraunhofer IIS/EAS entwickelt Radar-Sensorik, die dieses Problem adressiert, indem es eine einfach zu installierende, flächendeckende und kontaktlose Überwachung ermöglicht. Dabei wird auf mikroelektronische Komponenten zurückgegriffen, welche ursprünglich für den Automobilmarkt entwickelt wurden. Mit entsprechenden Anpassungen entstehen damit kostengünstige Sensoren für die Überwachung kritischer Infrastrukturen.
Im Projekt RailSense wird anhand einer Dauermessung quantitativ nachgewiesen, wie gut sich diese kleinsten Bewegungen aus sicherer Entfernung überwachen lassen. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit des Radarsensors gegenüber etablierter Referenzsensorik zu belegen und damit Vertrauen in diese innovative Technologie bei Endanwendern speziell aus dem Bahnbereich zu schaffen.